Wohnen & Leben im Container – Tipps für die Container Planung

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Von einem Ausweichbüro in einem Container hat beinahe jeder schon einmal gehört. Doch von einem Wohnhaus, das aus einem Container gebaut wurde? Hierzulande findet man diese Art von Wohneigentum sicherlich noch sehr selten. In den USA sind Containerhäuser genau wie Tiny Houses mittlerweile gern gewählte Objekte, bei denen man einerseits jede Menge Geld sparen kann, andererseits tut man etwas für die Umwelt, ein bereits ausrangiertes Objekt wieder flott zu machen und erneut zu verwenden.

Ab rund 2000 Euro können Bauherren einen ausrangierten Seecontainer erwerben. Zur „Weiterverarbeitung“ ist vor allem Kreativität und Einfallsreichtum gefragt. Wenn man diese Eigenschaften nicht selbst aufweist und dennoch in einen Container wohnen möchte, können Sie eigens dafür spezialisierte Architekten mit der Planung der Inneneinrichtung beauftragen. Die meisten heute verwendeten Containerhäuser sind ohnehin nicht mehr aus einem alten Seecontainer, sondern aus fertigen Modulen gefertigt. In unserem Beitrag finden Sie allerhand Wissenswertes rund um die Planung und das Leben im Container. 

Rechtliche Hürden

Wie sollte es anders sein: Selbstverständlich dürfen Sie auch einen Container nicht einfach dort platzieren, wo Sie möchten. Auch dann nicht, wenn selbiger jederzeit verstellbar ist. Sie müssen leider Ihren Bauantrag beim zuständigen Amt stellen und sind zudem an den Bebauungsplan gebunden. Das bedeutet, dass sie genau wie bei jedem anderen Haus an die in der Ortschaft üblichen Richtlinien wie Fenster- Dachformen usw. gebunden sind. Dies gilt auch, wenn Sie Ihr Containerhaus lediglich als Feriendomizil nutzen möchten.

Die Haustechnik

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Je nachdem, für welches Exemplar Container Sie sich entscheiden, sind unterschiedlichste Dinge in Sachen Haustechnik zu beachten. Soll ein Seecontainer zum Wohnhaus umgebaut werden, müssen viele Dinge herzigt werden, um aus der Zweckerfindung ein komfortables Häuschen herzustellen. Einerseits muss in Sachen Stabilität bei einem Seecontainer stark nachgebessert werden, da dieser – sobald man ihn anbohrt – instabil wird. Weiterhin muss ein Seecontainer bei seiner ursprünglichen Nutzung keine Wärme speichern können. In einem Wohnhaus hingegen ist gerade die Wärmedämmung von äußerster Wichtigkeit.

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Wir möchten nicht generell zu einem Kauf eines Moduls raten, sondern lediglich darauf hinweisen, dass es sehr viele Arbeitsschritte für den Bauherren bedeutet, seinen Seecontainer zu einem komfortablen Häuschen umzubauen. Mit viel handwerklichem Geschick, Zeit und Muße kann man jedoch auch daraus herrliche kleine Wohneinheiten herstellen.

Heizung

Für welche Art von Heizung Sie sich entscheiden, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Viele Container werden mittels einer Infrarotheizung beheizt, da hierbei auf die Montage von Heizungsrohren verzichtet werden muss. Stromleitungen und Anschlüsse hingegen müssen sowieso gelegt werden. Die Dämmung der Container kann mit einem herkömmlichen Dämmstoff aufgeführt werden (zum Beispiel Mineralwolle oder PU-Schaum). Weiterhin kann eine Luft-/Wärmepumpe genutzt werden.

Strom

Klar, ohne Strom geht gar nichts. Wenn Sie nicht selbst vom Fach sind, muss hier zwangsläufig ein Fachmann ran. Für alle Freunde der Nachhaltigkeit empfiehlt sich, die Stromversorgung ganz oder zum Teil mittels Solarmodulen auf dem Dach des Containers zu regeln. Bei größeren Häusern oder viel Elektrizität wird dies selbstverständlich schwer möglich sein; als Unterstützung sind Solarmodule in jedem Fall eine tolle Sache.

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Wasser

Möchten Sie auf kleinstem Raum wohnen und Natur und Umwelt soweit möglich schonen? Dann wäre ein großer Wasserspeicher sowie ein kleiner Warmwasserboiler die richtige Wahl. Das Regenwasser beispielsweise kann für die Toilettenspülung oder zum Putzen verwendet werden; zum Kochen und Duschen kommt das Wasser aus der Leitung.

Alltagstauglichkeit

Je kleiner das Haus (siehe auch Beitrag „Tiny Houses“ ), desto besser durchdacht sollte die Inneneinrichtung gestaltet sein. Containerhäuser müssen zwar nicht immer klein sein (es lassen sich bequem mehrere Module zusammenfügen), jedoch wünschen sich die meisten Bauherren lediglich ausreichend Platz für alle Alltagsgegenstände. Diese lassen sich durchdacht und optisch nett anzusehen in vorgefertigte Einrichtungsgegenstände verstauen. Sehen Sie sich hierzu unsere Zusammenstellung von Youtube-Videos zum Thema „Tiny Houses“ an; die Besitzer der Minihäuschen verstehen es perfekt, aus noch so kleinem Raum wahre Platzwunder zu zaubern.

Wohnen im Container

Zugegeben, sagt man im Umfeld „Ich wohne in einem Container“ klingt das weder komfortabel noch in irgendeiner Weise schick oder ökologisch. Doch genau diese Eigenschaften werden in den meisten Container-Häusern vereint. Moderner Komfort gepaart mit nachhaltiger Lebensweise – etliche Wohnbeispiele im Internet (siehe beispielsweise Youtube) beweisen, wie angenehm es sich in einem alten Seecontainer leben lässt.

Doch warum auf einen Container zurückgreifen? Beinahe monatlich liest man im Internet und in den Tageszeitungen von der Wohnungsnot in den Städten. Können Wohncontainer die Lösung sein? Die Lösung wahrscheinlich nicht, sie können jedoch einen großen Teil zur Entzerrung der Notlage am Wohnungsmarkt beitragen: In Amsterdam existiert die größte Containersiedlung weltweit. Und sie funktioniert einwandfrei. Allem voran Studenten leben in den schmucken kleinen Wohnungen, die allesamt mit Küche, Bad, Toilette und großen Fenstern ausgestattet sind. In den Containern lässt es sich größtenteils besser, heller und freundlicher leben als in den meisten Studentenwohnungen in der Stadt, die zudem oftmals um ein vielfaches teurer sind.

Sie sind überzeugt und möchten loslegen? Leider gibt es in Deutschland einige rechtliche Hürden zu überwinden, bevor Sie mit dem Eigenheimbau beginnen können. Klären Sie die Baugenehmigung unbedingt vor dem Kauf eines Containers ab. Zudem ist in Deutschland durch die Wärmeschutzverordnung eine entsprechende Dämmung vorgeschrieben. In Sachen Einrichtung sind Ihrer Fantasie hingegen keine Grenzen gesetzt. Durch den begrenzten Raum empfehlen sich durchdachte Schubladen- und Schranksysteme, damit Sie ohne große Platzverschwendung möglichst viele Utensilien verstauen können. Das „Schlafzimmer“ wird meist über eine kleine Leiter im oberen Bereich erreicht oder gar ausgeklappt. Das spart jede Menge Platz und sorgt dafür, dass Ihr Aufenthaltsraum größer und komfortabler wird.

Kostenpunkt von Wohncontainern

Die Frage „Was kostet mich das?“ lässt sich leider – wie bei beinahe allen Bauthemen – nie pauschal beantworten und hängt von vielen Faktoren ab. Allem voran ist der Preis abhängig von der Größe des Containerhauses und dem zur Verfügung stehenden Komfort.

Während Sie einen gebrauchen Seecontainer je nach Zustand bereits für 1000 bis 3000 Euro kaufen können, sind den Kostengrenzen in Sachen Ausbau wenig Grenzen gesetzt. Bei viel Eigenleistung ist es sicherlich möglich, einen einfachen Container für rund 8000 Euro zu einem wohnlichen und hübschen Domizil umzubauen. Möchten Sie ein ganzes Einfamilienhaus bauen lassen, müssen Sie dafür natürlich wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Pauschal lässt sich sagen, dass ein Containerhaus 20 bis 30% günstiger ist, als ein ursprüngliches Wohnhaus.

Die Vorteile zusammengefasst

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Wir haben nun jede Menge Argumente für den Erwerb eines Container-Hauses gehört. Hier für Sie die Vorteile nochmals auf einen Blick zusammengefasst:

  • kostengünstig
  • ökologisch wertvoll, da Recycling in Reinform
  • Entzerrung der Wohnungsnot ohne Neubau
  • Schnell errichtet, da das Aufstellen auf beinahe jedem Untergrund ohne Aushub möglich ist
  • Energiekosten gering
  • transportabel

Containerhaus kaufen – Die Anbieter

Während vor einigen Jahren fertige Containerhäuser beinahe nur im englischsprachigen Ausland angeboten wurden, haben sich mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum Anbieter auf dem Markt etabliert, die Sie mit Fachwissen und Kompetenz bei der Auswahl Ihres Hauses unterstützen:

Containerhaus selbst bauen

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Sie möchten sich Ihren Container selbst zum Wohnhaus umbauen? Diese Webseiten und Anbeiter helfen Ihnen dabei:

10 Tipps zur Planung

Sie möchten in einem zweckmäßigen und durchdachten Container leben und brauchen hierfür noch einige Informationen? Dann sind Sie bei uns richtig. Mit unseren Tipps ist der Weg zum eigenen Container etwas einfacher zu bewältigen.

  1. Ein Container lässt sich transportieren. Das bedeutet, dass Sie sich beim Kauf eines solchen nicht auf ewig für einen Wohnort entscheiden müssen. Ein Container ist also für alle die richtige Wahl, die sich (noch) nicht festlegen möchten, ob sie stets am selben Ort leben möchten und zudem über ein eher schmales Budget verfügen. Die Flexibilität des Containers ersetzt jedoch nicht die Baugenehmigung. Dies führt zu Punkt 2:
  2. Stellen Sie in jedem Fall einen Bauvoranfrage bzw. einen Bauantrag bevor Sie sich für den Kauf und Ausbau eines Wohn-Containers entscheiden. Lassen Sie sich nicht von der weit verbreiteten Meinung täuschen, einen Bauantrag müsse man nur stellen, wenn ein Bauwerk fest mit dem Grund verbunden ist. Auch ein Container gilt als Bauwerk und muss genehmigt werden.
  3. Viele Menschen mit kleinem Geldbeutel entscheiden sich für den Kauf eines Seecontainers und dem Ausbau durch eigene Handwerkskunst. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, die gebrauchte oder neuwertige Seecontainer für geringe Beträge im Internet feilbieten. Einen Seecontainer erhalten Sie bereits ab etwa 1000 Euro. Bitte kalkulieren Sie jedoch die Transportkosten mit ein, die bei einem solch schweren und sperrigen Exemplar ordentlich zu Buche schlagen können.
  4. Machen Sie sich bewusst, dass der Ausbau eines Seecontainers keine Aufgabe ist, die von einem Laien ohne fachmännische Unterstützung durchgeführt werden kann. Eine fachgerechte Dämmung, Heizung und Belüftung sind genauso Pflichtprogramm wie eine sichere Elektrik sowie eine funktionierende Wasserinstallation. Ziehen Sie einen Profi zur Rate – das kostet zwar Geld, spart Ihnen jedoch langfristig Zeit, Nerven und schlussendlich wohl auch den ein oder anderen Euro.
  5. Denken Sie ruhig darüber nach, ob ein fertiges Modul zu einem fixen Preis für Sie nicht die bessere Wahl wäre. Dies gilt allem voran für alle, die weder Zeit, Kenntnis noch Muße haben, zeitraubende Arbeiten von Hand durchzuführen.
  6. Ein Container gilt als sicher und stabil. Das Aufbrechen eines solchen ist im Grunde nur mit schwerem Gerät möglich. Dies gilt jedoch auch für den Transport. Lassen Sie sich Ihren Seecontainer direkt vom Lieferanten an die Stelle platzieren, an dem er für lange Zeit bleiben soll. Wenn Sie ihn wegbewegen möchten, benötigen Sie einen Kran oder einen sehr großen Flaschenzug.
  7. Machen Sie sich bewusst, dass das Leben in einem Container in den meisten Fällen kein Luxus ist. Sie wohnen auf engstem Raum und äußerst zweckmäßig. Alle über Jahre hinweg angehäuften Dinge, die sich auf Dachböden, in Kellern oder Scheunen stapeln, werde Sie also wohl oder übel entsorgen oder einlagern müssen.
  8. Ein normaler Seecontainer weist eine Fläche von rund 13 m² auf. Die größere Variante hat knapp 30 m². Wem das zu klein ist, kann mehrere Container übereinander oder nebeneinander stapeln und selbige mit Treppen oder Durchgängen verbinden.
  9. Achten Sie beim Kauf eines Seecontainers auf die PSC-Plakette. Diese Prüf-Plakette ist der „TÜV“ für Seecontainer und sorgt dafür, dass Ihnen Ihr Seecontainer nicht in den Fingern verrostet.
  10. Viele Bilder, die man im Netz unter „Wohncontainern“ findet, sehen zwar herrlich und nahezu perfekt aus. Machen Sie sich bewusst, dass es diese Art von Containern nicht für wenige Tausend Euro zu kaufen gab; hier wurde jede Menge Geld in Material und vor allem in die Planung und Ausführung durch Architekten und Fachkräfte investiert.

Wer an das Projekt „Wohncontainer-Bau“ nicht naiv herangeht, wird sicherlich überrascht sein, was man aus dem kleinen Raum alles machen kann. Zudem ist der Umweltaspekt, ein Recycling-Produkt als Haus zu nutzen und selbiges im besten Fall mit alternativen Energien zu beheizen ein Gedanke, der einen durchaus mit Stolz erfüllen darf.

Urlaub im Container / Container mieten

Das Thema interessiert Sie? Von dem Plan, sich selbst ein solches Häuschen zuzulegen sind Sie jedoch noch etwas entfernt? Wie wäre es, sich einen Container als Urlaubsdomizil anzumieten, um sich in Sachen Ausbau und Haustechnik inspirieren zu lassen? Auf Luxus und Komfort brauchen Sie deshalb nicht zu verzichten: Einige Hotels haben tolle und luxuriöse Container an wunderschönen Flecken dieser Erde platziert.

Auf Containerbasis.de finden Sie Bilder und Inspiration – ob New York oder Buenos Aires; Container sind auf der ganzen Welt beliebt.

Auch Airbnb.de – weltweit bekannt für Urlaubsunterkünfte der besonderen Art – macht Ihnen einen Containerurlaub möglich.

Auf chgworld.com können Sie ebenfalls einfallsreiche Containerhotels buchen. Lassen Sie sich inspirieren…

Sie sind bereits stolzer Besitzer eines Wohncontainers und/oder haben Tipps für alle künftigen Bauherren? Posten Sie in die Kommentare!

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