Beduinenzelte – Ein Zelt mit Geschichte

Bildquelle: pixabay - Tibet - Beduinenzelt - hbieser

Jeder hat es schon einmal gehört, aber kaum jemand weiß so richtig, was es denn nun eigentlich ist – das Beduinenzelt. Die Jahrhunderte alte Zeltform findet ihren Ursprung in den Nomadenvölkern Afrikas und hat sich im Laufe der Zeit in diversen Kulturen eingefunden. In der westlichen Welt kommt das Beduinenzelt dabei vor allem als temporäre Nutzstätte zum Einsatz – aber auch als Langzeitunterkunft eignet sich das Zelt durchaus.

Was ist ein Beduinenzelt?

Ein Beduinenzelt ist ein Nomadenzelt. Nomaden zeichnen sich dadurch aus, dass sie keinen festen Standort über einen langen Zeitraum einnehmen. Die Nomaden ziehen mit dem Wechsel der Jahreszeiten oder zum Beispiel mit den Nutztierherden, um im perfekten Einklang mit der Natur leben zu können.

Um die Reise zwischen den Standorten möglichst zu optimieren, hat es sich im Laufe der Jahrhunderte eingebürgert, mit Zelten zu reisen. Die Beduinenzelte sind dabei auf die arabischen Nomaden zurückzuführen. Im Arabischen auch Chaima oder Caidal (Königszelt) genannt, handelt es sich hier in der Regel um Steilwandzelte. In der allgemeinen Bauform erinnern sie stark an ein traditionelles Zirkuszelt – aufgrund der spitzen Dachform.

Welche Form haben die Beduinenzelte?

Einfache Ausführungen haben eine quadratische Grundfläche und ein spitzes Dach. Mehr Stabilität und eine größere Innenfläche bieten die Zelte mit sechs Zeltseiten. Auch Zeltanbauten sind hier keine Seltenheit. So werden innerhalb des Zeltes voneinander getrennte Räume geschaffen, die einzelnen Familienmitglieder oder ganze Familien voneinander trennen – ideal, möchte man ein wenig Privatsphäre genießen.

Das Dach der Zelte ist zumeist in hängenden Bahnen gestaltet. Dies liegt vor allem daran, dass die Arabische Wüste ein recht trockener Ort ist. Sich sammelndes Regenwasser stellt daher kein Problem dar. Die hängenden Dachplanen lassen sich jedoch sehr gut mit Gewichten beschweren, um vor einem starken Wind sicher zu sein. Optisch unterscheiden Sie sich sehr stark vom Tipi der Indianer oder dem Wigwam.

Gibt es verschiedene Arten von Beduinenzelten?

Beduinenzelte in der Mongolei; Bildquelle: pixabay – Tibet – Budinenzelt

Diese transportable Behausung wird seit weit über 5000 Jahren von diversen Nomadenstämmen genutzt. Diese Stämme sind in vielen Ecken der Welt daheim:

  • Nordwestafrika
  • Arabien
  • Persien
  • Tibet
  • und vielen mehr…

Entsprechend abwechslungsreich sind die Formen der Beduinenzelte in den unterschiedlichen Regionen. Obwohl der Grundaufbau immer identisch ist, ist dennoch klar zu erkennen, aus welcher Region das Beduinenzelt stammt. So setzen die Nomadenstämme aus Tibet auf Zelte, die eine recht geringe Höhe haben und sich rundum sicher verschließen lassen. Sie werden häufig an der Außenseite durch Zugleinen aufrecht gehalten.

Arabische Beduinenzelte gibt es sowohl in offener als auch geschlossener Form. Je nach Jahreszeit kommt eine andere Zeltform zum Einsatz. Die offenen Zelte erlauben in den milden Frühjahrsmonaten ein angenehmes Klima während des Tages und während der Nacht. Im Sommer wie Winter schützen die geschlossenen Beduinenzelte vor den Naturgewalten.

Aus welchem Material sind Beduinenzelte gefertigt?

Ein traditionelles Beduinenzelt wird in der Regel aus Ziegenfell gewoben. Dabei machen sich die Nomadenvölker die besonderen Eigenschaften des Ziegenhaars zu Nutzen. Das Gewebe ist nicht komplett geschlossen. Es zeigt eine Art Maschennetz. Was auf den ersten Blick wenig sinnvoll als Zeltplane erscheint, ist bei genauer Betrachtung eine geniale Erfindung.

Denn die Ziegenhaare quellen bei Regen auf und schließen die Poren in der Plane. Dies sorgt für eine wasserdichte Behausung. Scheint die Sonne auf das Zelt, lassen die Poren Licht in den Zeltraum und erlauben eine angenehme Luftzirkulation. Neben den offenen Poren arbeitet die Zeltkonstruktion auch mit einem offenen Luftdach – dies erlaubt es den Einwohnern der Beduinenzelte, ein Feuer im Inneren zu nutzen. Der Rauch kann ungehindert abziehen.

Info: Wird im Zelt ein Feuer entzündet, entweicht der Rauch entlang der Ziegenhaarfasern. Dies imprägniert das Gewebe. Im Laufe der Zeit wird das Dach daher in seiner Feuerfestigkeit verbessert.

Bildquelle: pixabay – Tibet – Beduinenzelt – hbieser

Warum sind Beduinenzelte häufig schwarz?

Sicher hast Du bereits häufiger gesehen, dass Beduinenzelte schwarz sind. Dies hat zwei Gründe. Zum einen wird für das Fellgewebe Fell von schwarzen Ziegen verwendet. Zum anderen bildet die Farbe Schwarz einen guten Kontrast zu den hellen Sanddünen. In einer Wüstenlandschaft durchaus ein echter Vorteil, wenn das Zelt bereits von Weitem zu erkennen ist. Denn besonders in einem aufkommenden Sandsturm ist es leicht, die Orientierung zu verlieren. Die dunklen Zelte sind im Ernstfall der einzige Sichtpunkt.

Für was werden Beduinenzelte in unseren Breitengraden gerne genutzt?

Wie jede gute Idee haben es die Beduinenzelte weit über die Grenzen ihrer Geburtsstätten hinaus geschafft. Denn im Vergleich zum klassischen Zeltformat haben die prachtvollen Beduinenzelte einige Vorteile zu bieten:

  • Sehr geräumig
  • Auch im großen Format sehr stabil
  • Hübsch in der Optik
  • Leicht aufzubauen

Die Zelte werden dabei selbstverständlich nicht aus Ziegenfell gefertigt und auch nur in seltensten Fällen als dauerhafte Unterkunft eingesetzt. Doch das Grundprinzip der modernen Zeltvarianten der westlichen Welt ist identisch zu den arabischen Beduinenzelten.

Die Zeltplane wird entweder mit mehreren Spitzen auf eine Reihe von Standstäben aufgelegt oder sie wird durch Tragewändegehalten und lediglich mittig mit einer Stange unterstützt. Welche Konstruktion genau zum Einsatz kommt, das hängt sowohl von der Größe des Zeltes als auch vom konkreten Nutzen ab.

Die Beduinenzelte werden außerdem nur selten als solche benannt. Sie sind bekannt als FlexzeltTentickle oder Tentscape und Stretchzelt. Sie überzeugen durch eine hohe Flexibilität, einen einfachen wie schnellen Aufbau und ein ansprechendes Design. Im Vergleich zu den klassischen quadratischen oder rechteckigen Zeltstrukturen sind sie ein wahrer Hingucker.

Für die Materialwahl setzen die westlichen Beduinenzelte auf eine Reihe von Optionen:

  • PVC
  • Baumwolle
  • Polyester

Die Zeltstützen sind aus leichtem Aluminium, robustem Stahl oder einem eleganten Holz gefertigt.

Einsatzmöglichkeiten für Beduinenzelte

Die vielen Vorteile der Beduinenzelte sorgen dafür, dass sie in allen Bereichen gerne verwendet werden. Ob für eine kleine Gartenparty oder einen aufwendigen Werbestand auf der Messe, die Zelte sind immer häufiger zu sehen.

Das Praktische an den Beduinenzelten ist die Tatsache, dass sich die einzelnen Segel leicht miteinander kombinieren lassen. Mit ein paar zusätzlichen Zeltstangen ist eine Rückwand außerdem im Handumdrehen in einen Teil der Überdachung verwandelt. Abhängig von der Art des Zeltes sind die Modelle offen oder geschlossen gebaut. Auch bei schlechten Wetterverhältnissen kann somit eine Veranstaltung im Zelt durchgeführt werden.

Für den privaten Gebrauch ist ein Beduinenzelt eine wunderbare Alternative zu einem Gartenpavillon. Ein kleines Zelt lässt sich ohne Probleme allein aufstellen. Es ist auch für schwer zugängliche Ecken geeignet, da sich die Zeltstangen individuell an die Umgebung anpassen lassen. Zusätzlich können Bäume oder Zäune für die Befestigung genutzt werden.

Ob das Beduinenzelt im Garten lediglich ein angenehmer Schattenplatz sein soll oder dazu gedacht ist, ein rauschendes Fest zu beherbergen: Es ist eine gute Idee, ein Zelt zu wählen, das sich bei Bedarf erweitern lässt. Da die aufgebaute Konstruktion sehr stabil ist, kann es anschließend nach Geschmack mit Teppichen, Vorhängen oder Textilien dekoriert werden. Ein integriertes Luftloch in der Mitte erlaubt es, auch im Zelt eine Feuerstelle zu nutzen.

Selbst im professionellen Einsatz sind die modernen Beduinenzelte immer öfter zu sehen. Als Messestand, Verkaufstand oder für eine coole Cocktailbar, sie machen einfach einen hochwertigen Eindruck.

Das Leben der Nomaden erfordert größte Flexibilität;
Bildquelle: pixabay – Wueste – 12019

Beduinenzelt auf dem Grundstück – Gibt es rechtliche Vorgaben?

Bei einem Zelt handelt es sich um sogenannte fliegende Bauten. Ob, wann, wo und wie lange solche Bauten stehen dürfen, ist in Deutschland natürlich strengstens geregelt. Welche Vorschriften für den Zeltaufbau im Detail aufkommen, kann sich von Bundesland zu Bundesland leicht unterscheiden. Dennoch gibt es ein paar Grundregeln, die bundesweit gelten oder einfach sehr ähnlich sind.

Hinweis: Grundsätzlich gilt auch hier – wo kein Kläger, da kein Richter! Wenn Du also im eigenen Garten ein Beduinenzeltaufbauen möchtest und dies niemandem die Sicht nimmt oder eine andere Art von Problem verursacht, gibt es in der Regel keinen Grund zur Sorge.

Genehmigungsfreie fliegende Bauten

Es gibt eine Reihe von Zelten, die immer und überall ohne Genehmigung aufgebaut werden können. In den meisten Fällen gehören Zelte der Privatnutzung in diese Kategorie:

  • Grundfläche von weniger als 75 Quadratmeter
  • Höhe von weniger als 5 m – für den Privatgebrauch
  • Baustellenzelte
  • Zelte für den Katastrophenschutz

Obwohl es nicht notwendig ist, für diese Art von Zelten eine Genehmigung einzuholen, müssen sie standsicher sein. Kommt es zu einem Unfall, und das Zelt war nicht ausreichend gesichert, kann dies zum Beispiel zu Problemen mit möglichen Versicherungszahlungen führen.

Fällt das private Zelt im Garten nicht in die oben beschriebene Kategorie, kann es zu einer Bußgeldzahlung kommen. Wird das Ordnungsamt auf den fliegenden Bau aufmerksam gemacht, kann dies durchaus zu unnötigen Problemen führen. Wenn Du unsicher bist, am besten beim regional zuständigen Ordnungsamt nachfragen.

Beduinenzelte kaufen und mieten

Wenn Du Interesse daran hast, ein Beduinenzelt zu nutzen, möchtest Dir aber den Aufwand sparen, es von Grund selber zu bauen, dann gibt es Angebote zum Kaufen oder zum Mieten. Die Preise hängen von vielen Faktoren ab:

  • Größe
  • Zeltart
  • Material

Kleine Beduinenzelte decken lediglich eine Fläche von 2 x 2 Metern ab und sind bereits für unter 300 Euro zu erhalten. Aufwendig gestaltete Angebote haben mehrere Räume und können mehrere Tausend Euro kosten. Ob sich der Kauf eines solchen Zeltes lohnt, wird darüber bestimmt, wie häufig es zum Einsatz kommen soll. Ist es lediglich für eine einmalige Veranstaltung geplant, dann ist die Miete die bessere Option. Günstige Zeltmieten beginnen bei unter 100 Euro pro Tag. 

Beduinenzelt gebraucht kaufen

Wer kein nagelneues Zelt kaufen möchte, hat selbstverständlich auch die Möglichkeit, ein gebrauchtes Exemplar zu erwerben. Die Internet-Plattformen wie Ebay, ebay-kleinanzeigen, quoka, kalaydousw. bieten Interessenten Zelte jeder Art – ob für´s Kinderzimmer, den Garten oder das Eventgelände.

Beduinenzelt mieten

Brauchen Sie das Beduinenzelt nicht auf lange Frist, sondern lediglich für eine Veranstaltung? Dann macht es wirtschaftlich betrachtet sicherlich mehr Sinn, eines zu mieten. Auch für diesen Zweck finden Sie im Web einige Anbieter, die Ihnen Tipis für Ihre Festlichkeit vermieten. Hier einige Anlaufstellen:

Fazit – Beduinenzelte sind kein alter Hut

Die traditionellen arabischen Zelte sind ohne Frage eine wunderbare Alternative zum klassischen Zelt. Sie sind ansprechend im Design, lassen sich flexibel aufbauen und für jedes Wetter eine gute Wahl. Das große Angebot für Beduinenzelte überzeugt dabei mit diversen Formen, Farben und Materialien. Ob ein schlichtes Modell ohne Seitenplanen oder ein aufwendiges Sechseck-Zelt mit unterteilten Räumen – hier ist alles zu finden.

Für die Nutzung als Unterkunft ist es hervorragend geeignet, da es nicht nur jede Menge Platz bietet, sondern auch von innen beheizbar ist. Mit individuellen Stoffen und Dekorationsstücken lässt sich ein Beduinenzelt zu einem zweiten Zuhause machen.

Häufige Fragen

Kann man Beduinenzelte für das Camping nehmen?

Selbstverständlich können Sie Ihr Beduinenzelt auch zum Campen nehmen. Bitte achten Sie jedoch auf Wetterfestigkeit und Stabilität, denn gerade in unseren Breitengraden ist Regen keine Seltenheit.

Gibt es rechtliche Anforderungen beim Aufstellen?

Bei einem Zelt handelt es sich um sogenannte fliegende Bauten. Ob, wann, wo und wie lange solche Bauten stehen dürfen, ist in Deutschland natürlich strengstens geregelt. Welche Vorschriften für den Zeltaufbau im Detail aufkommen, kann sich von Bundesland zu Bundesland leicht unterscheiden. Dennoch gibt es ein paar Grundregeln, die bundesweit gelten oder einfach sehr ähnlich sind. Fragen Sie im Zweifelsfall lieber bei der zuständigen Behörde nach.

Welche Einsatzmöglichkeiten bieten sich mir? 

Am besten eignen sich die Beduinenzelte, um darin zu feiern. Je nach Größe nimmt ein Zelt jede Menge Menschen auf. Das Innere ist luftig und kann nach Belieben geschmückt und gestaltet werden. Neben dem Einsatz im hauseigenen Garten werden Beduinenzelte auch gerne für Events verwendet.

Gibt es übliche Größen und Farben des Beduinenzeltes?

Es gibt durchaus Standardgrößen beim Zeltverkauf-/Verleih – auch bei Beduinenzelte. Sie sollten sich überlegen, wie vielen Menschen sie darin Platz geben möchten und die Größe (z. B. 5 Meter breit, 10 Meter lang) anschließend auf die Quadratmeterzahl umrechnen. Mit der Umrechnung auf die m² können Sie die Personenzahl, die darin Platz findet, leichter berechnen.

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