Tiny Houses – Wohnen und Leben im Minihaus

Tiny Houses – Mini-Häuser

Was ist ein Tiny House?

Den Begriff “Tiny House” hört man seit geraumer Zeit verhältnismäßig häufig. Doch was ist überhaupt ein Tiny House?

Der Begriff stammt aus den USA und bedeutet so viel wie “winziges Häuschen”. Entgegen der derzeitigen Gewohnheit, immer größer und luxuriöser zu bauen, möchten sich Besitzer und Bauherren der Mini-Häuser lediglich auf das Wesentliche beschränken und der Umwelt damit einen Gefallen tun. Zudem wird der Geldbeutel geschont und Wohnortwechsel samt den Häusern sind nicht mehr ausgeschlossen.

Ein Tiny House bietet viele Vorteile

Die Punkte

  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz
  • Geldsparen
  • Flexibilität

klingen sehr verlockend. Dennoch erfahren die Mini-Häuser keinen Hype – gerade in Zeiten des Immobilien-Booms. Warum ist das so? Grundstücke sind – allem voran in Ballungsgebieten – beinahe unerschwinglich und so rar gesät, dass man sich oft jahrelang im Voraus auf das Gut bewerben muss.

Weiterhin muss man sich – genau wie bei allen Bauten, die fest im Erdboden verankert sind – auch beim Erwerb und Bau eines Tiny House eine Baugenehmigung einholen. Sie müssen diesen Bauantrag bei Ihrer zuständigen Behörde einreichen; ganz egal, wo Sie das Häuschen hinstellen möchten.

Es muss nicht immer riesig sein: Auch auf kleinem Raum lässt es sich gut leben. Bildquelle: pixabay – larsen9236

Kann der Antrag auch verweigert werden?

Ja, ein Bauantrag kann durchaus auch verweigert werden – nicht aber, weil Sie Ihr Häuschen zu klein geplant haben. Zu beachten ist, ob für das Gebiet bereits ein Bebauungsplan existiert. In diesem Fall müssen Sie dessen Vorgaben einhalten. Existiert keiner, ist sich nach der umliegenden Bebauung zu richten. So kann einem beispielsweise die Art des Daches, die Farbe der Ziegel usw. auferlegt werden.

Wer Enttäuschungen oder böse Überraschungen vermeiden möchte, sollte vor dem Grundstückserwerb eine Bauvoranfrage stellen. Diese ist deutlich kostengünstiger als der Bauantrag selbst und gibt Aufschluss darüber, ob Sie Ihren Traum vom Haus an diesem Platz verwirklichen können.

Grundstücke sind rar gesät

Seit geraumer Zeit erfahren wir in Deutschland einen regelrechten Immobilienboom. Grundstücke gehen weg wie warme Semmeln; gerade im Innenstadtbereich sind kaum noch welche zu bekommen.

Sperren Sie Ohren und Augen auf und hören Sie sich im Bekanntenkreis um, wenn Ihnen ein Grundstück besonders zusagt. Beim Grundbuchamt können Sie Auskunft einholen, wer der Besitzer des Objekts Ihrer Begierde ist. Hier ist jede Menge Eigeninitiative gefragt; doch wer am Ball bleibt, wird wahrscheinlich früher oder später mit einer tollen Bebauungsfläche belohnt werden.

Von Wiesen, Wäldern und Schrebergärten

Wer sich jetzt denkt “Dann stelle ich mein Häuschen eben in den Wald” wird sicherlich nicht lange damit glücklich sein. Selbstverständlich sind Preise für Freizeitgrundstücke oder landwirtschaftliche Flächen im Vergleich zu Bauland wesentlich niedriger. Dennoch ist auch hier immer eine Genehmigung notwendig.

Alles rund ums Rechtliche in Sachen Tiny House lesen Sie hier in unserem Beitrag.

Anders verhält sich die Sache in einer Schrebergartensiedlung. Hier entscheidet nicht die Behörde, sondern die Kleingartengemeinschaft. Wird Ihr Antrag hier durchgewunken, ist kein weiterer Bauantrag bei der Behörde notwendig. Doch Vorsicht! Bevor Sie Ihr Augenmerk auf ein Kleingartengrundstück legen, sei Ihnen gesagt, dass es dort nicht möglich ist, einen Erstwohnsitz anzumelden.

Tiny House in Blockhaus-Optik. Bildquelle: Pixabay – Tappancs –

Der Bauantrag

Endlich haben Sie Ihr Grundstück gefunden. Wie geht es nun weiter? Trotz eingereichter Bauvoranfrage ist es notwendig, nun einen offiziellen Bauantrag zu stellen. Dieser beinhaltet alle Pläne (Lageplan, Grundriss, Wärmeschutz usw.) und darf nicht von Ihnen als Privatperson erstellt werden. Hierzu ist ein Ingenieur als Fachmann notwendig.

Vorsichtsmaßnahme: Erst den Bauantrag stellen und dann das Grundstück kaufen; das geht und spart Ihnen im Zweifelsfall jede Menge Geld.

Unterschied: Tiny Houses und Zirkus-/Schäferwägen

Gut zu wissen: Wenn Sie statt einem Mini-Haus ein auf einem Anhänger untergebrachtes Häuschen kaufen möchten (siehe Zirkuswägen, Schäferwägen usw.) gelten wieder völlig andere Regeln: Hier greift nicht zwangsläufig das Baurecht, aber in jedem Fall das Straßenverkehrsrecht. Unbedingt Erkundigungen bei der zuständigen Behörde einholen.

Tiny Houses: (Beinahe) alles ist möglich

Langsam haben sich die Vorteile der schicken kleinen Häuschen weltweit herumgesprochen. Auch auf dem deutschen Markt gibt es mittlerweile jede Menge namhafter Hersteller. Ob ganz aus Holz, in Blockhausoptik, in skandinavischer Ausführung, ökologisch zu 100% vertretbar mit Photovoltaikanlage, perfekter Wärmedämmung etc. – es gibt beinahe nichts, dass nicht machbar wäre.

Auch in Sachen Größe und Transportmöglichkeit sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt ebenso klitzekleine Häuschen mit 8 m² und einfach transportabel als auch für kleine Familien mit 75 m² und fest verbaut.

Tiny Houses – Die Preise

So vielfältig die Mini-Häuser, so vielfältig der Preis. Der Markt bietet Tiny Houses bereits ab rund 20.000 Euro an; nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Wer es luxuriöser möchte, zahlt selbstverständlich mehr.

Tiny Houses sind bereits ab 20.000 Euro erhältlich. Bildquelle: pixabay – Alexas_Fotos

Unterschied mobile Tiny Houses und fahrbare Häuschen

Der Übergang zwischen einem transportablen Tiny House – also einem Mini-Haus – und einem Haus auf Rädern (wie Zirkuswägen, Schäferwägen, Bauwägen aber auch Wohnmobilen) ist einfach erklärt.

Während die Tiny Houses fest mit dem Boden verbunden werden und zur Errichtung in jedem Fall eine Baugenehmigung von Nöten ist, müssen Sie sich für das Leben im Wagen bei Ihrer zuständigen Behörde Erkundigung einholen, welche Gebäude einer Baugenehmigung bedürfen und welche nicht. Transportable Wägen unterliegen in jedem Fall der Straßenverkehrsordnung, müssen daher also sicher und geprüft sein.

Es sei nur so viel gesagt: Die Errichtung eines Tiny House gestaltet sich in Deutschland einfacher als das Leben im Wagen, das im Regelfall nur dem fahrenden Volk vorbehalten ist. Bevor man sich seinen schnuckeligen Schäferwagen also mitten ins Nirgendwo stellt, vorab unbedingt Erkundigungen einholen, damit der Traum nicht über Nacht zerplatzt.

Bildquelle Beitragsbild: Mini Häuser – pixabay – Barni1

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Ø: 5,00 aus 5)


Loading...

2 Trackbacks / Pingbacks

  1. Wohnen & Leben im Container - Tipps für die Container Planung - Mampo
  2. Modulhäuser - Einführung und Anbieter in Europa - Mampo

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*