Tiny House Dörfer und Grundstücke

Bildquelle: Tiny Houses - pixabay - Noupload

Was in Amerika längst Trend ist, lässt bei uns noch etwas auf sich warten: Tiny Houses – also Häuser im Miniformat – sind nicht nur ökologisch wertvoll, sie belasten auch Ihren Geldbeutel nicht und sind binnen kurzer Zeit abbezahlt. Doch warum hinken wir in Deutschland dem Trend aus den USA hinterher? Die Wohnungsnot – allem voran in den Ballungsgebieten Deutschlands – ist groß, bezahlbarer Wohnraum ist auf dem Markt meist keine zwei Tage verfügbar oder wird direkt unter der Hand vermietet/verkauft. Das Problem lösen kann man sicherlich auch mit den Tiny Houses nicht komplett, entzerren ließe sich die Wohnungsnot jedoch in jedem Fall. 

Langsam spricht sich die Idee vom kleinen eigenen Wohnraum jedoch auch hierzulande herum. Eine große Hürde stellen in Deutschland meist die Bauämter da, die sich mit Unbekanntem konfrontiert sehen. Die Angst, die Mini-Häuser könnten nicht ins Ortsbild passen oder selbiges verschandeln ist völlig unbegründet. Auch ein winziges Häuschen lässt sich im Stil der ortsüblichen Häuser errichten – es braucht nur sehr viel weniger Platz. Eine andere Alternative sind Tiny House Parks – ganze Dörfer von winzigen Häuschen, in denen es sich ökologisch wertvoll und dennoch komfortabel wohnen lässt. Gibt es so etwas in Deutschland? Ja, das gibt es bereits! Die Parks erfreuen sich großer Beliebtheit und sehen – allem vorausgegangenem Argwohn zum Trotz – auch noch hübsch aus. 

Tiny House Rheinau

Screenshot der Fa. Tiny House Rheinau, www.tiny-house-rheinau.de

Noch nicht durchgeführt, jedoch in Planung, ist das Konzept der Firma Tiny House Rheinau. Auf einem Grundstück von 2000 bis 3000 m² sollen mehrere Tiny Houses errichtet werden. Den Platz von rund 100 bis 150 m² pro Minihaus mietet man vom Träger, ob das eigene Häuschen auch von den Initiatoren gefertigt wird oder ein bereits existiert spielt dabei keine Rolle. Die Gespräche mit der Stadtverwaltung sind laut den Initiatoren gut verlaufen, nun muss nur noch ein passenden Grundstück für das Vorhaben gefunden werden.

Die Katze im Sack braucht dabei niemand zu kaufen. Die Firma bietet Besichtigungstermine für bereits gefertigte Minihäuser an, zudem können Interessierte „probewohnen“, um ihnen ein Gefühl zu vermitteln, wie es sich nun tatsächlich auf kleinstem Raum leben lässt. Das macht natürlich Sinn, nur wer das Lebenskonzept über längeren Zeitraum testen kann, weiß wirklich, worauf er sich einlässt und kann sich in vollen Zügen auf ein Leben im Minimalismus freuen. Alle weiteren Infos rund um den Tiny House Park Rheinau finden Sie hier.

Tiny Houses Consulting UG

Screenshot der Tiny House Consulting UG, Infos unter www.tinyhousepark.de

Die Tiny House Consulting UG hat sich dem Schaffen eines Tiny House Parks in Deutschland verschrieben und ist ebenfalls auf der Suche nach geeigneten Grundstücken, um dieses spannende Projekt zu verwirklichen. Anders als Tiny House Rheinau jedoch ist die Suche nicht auf eine bestimmte Gegend in Deutschland beschränkt, sondern bezieht sich auf das gesamte Bundesgebiet.

Voraussetzungen für das Gelände sind laut der Website der Tiny Houses Consulting UG eine zentrale Lage am Rande oder direkt in einem Ballungsgebiet, eine Grundstücksgröße von mindestens 10.000 m² und die Einbettung in die Natur mit eigenem Baumbestand.

Ebenso wie bei Tiny House Rheinau können Interessenten sodann den Platz vom Träger für gewisse Zeit pachten oder – wenn alle baurechtlichen Hürden überwunden werden konnten – dauerhaft mieten. Alle weiteren Infos rund um das Projekt lesen Sie hier.

Tiny House Village

Screenshot von Tiny House Village im Fichtelgebirge, Infos unter www.tinyhousevillage.de

Ihren Traum verwirklicht haben sich mit ihrem Tiny House Village im herrlichen Fichtelgebirge die beiden Großstädter Stefanie Beck und Philipp Sanders. Das junge Paar aus München kam bei einem Auslandsjahr in Kanada auf die Idee, ihr eigenes Tiny House zu bauen. Zuvor hatten sich die beiden eine Einzimmer-Wohnung in München geteilt – problemlos.

Mit viel Engagement wurde sich sodann an den Hausbau gemacht – Unterstützung erhielten Stefanie und Philipp von Bekannten und allem voran von Youtube. Tipp: Beim Durchforsten der Videos lässt sich für jeden Häuschenbauer der ein oder andere hilfreiche Tipp herausziehen.

In der Gemeinde Mehlmeisel im Fichtelgebirge hat das Paar nun seinen Traum wahr gemacht: In herrlicher Landschaft konnten die beiden ein 17.000 m² großes Grundstück (ein ehemaliger Campingplatz) mit traumhaften Ausblick auf das Fichtelgebirge erwerben. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von der Gemeinde selbst – es gestaltet sich nämlich leider nicht immer als ganz einfach, Neues in Deutschland ohne unüberwindbare Hürden umzusetzen.

Auf diesem Grundstück soll nun eine Tiny-House-Community entstehen, in der viele Häuschenbauer ihren Traum vom eigenen Tiny House verwirklichen können. Gute und ökologische Ideen hat das junge Paar jede Menge: In erster Linie soll im Village Solarenergie genutzt werden, doch auch das Teilen von „Luxusgütern“ wie Autos, Waschmaschinen etc. steht in dem Projekt ganz oben auf der Liste. So lässt sich der eigene Fußabdruck in unserer Umwelt einerseits relativ klein halten, andererseits sorgt das Miteinander für mehr Heimatverbundenheit und Zufriedenheit.

Klingt toll? Finden wir auch! Interessierte können nicht nur ihr eigenes Haus dort gegen eine monatliche Gebühr abstellen, sondern im Hotel zudem erste Tiny-House-Erfahrungen sammeln. So lässt sich leicht und schnell feststellen, ob das Leben auf engstem Raum mitten im ruhigen Fichtelgebirge den eigenen Geschmack trifft.

Alle weiteren Infos rund um das Tiny House Village finden Sie hier.

Foren und Anbieter für Kaufinteressierte

Viele der geplanten Parks und Dörfer stecken noch in den Kinderschuhen. Interessenten jedoch gibt es auch in Deutschland bereits genug. Wenn auch Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen möchten oder auf der Suche nach einem Grundstück für Ihr eigenes kleines Häuschen sind, sind diese Foren und Homepages womöglich ein interessanter Tipp für Sie. Viel Spaß beim Schmökern!

Tiny House Dorf Berlin

Screenshot des Tiny House Campus in Berlin, www.bauhauscampus.org

Auf dem Bauhaus-Campus mitten in Berlin neben einer stark befahrenen Straße und etlichen riesigen Gebäuden ist mit dem Projekt der „Die Tinyhouse University“ (Berliner Kollektiv aus Gestaltern, Bildungsaktivisten und Geflüchteten) mit neun Tiny Houses ein kleines Dorf entstanden. Das im Jahr 2015 von Van Bo Le-Mentzel gegründete Projekt verfolgt das Ziel, soziale Nachbarschaft auf kreative Weise zu erforschen.

Neben den kleinen Häuschen, von denen einige von Studenten bewohnt werden, gibt es sogar ein kleines Café, ein Büro, ein Gemeinschaftshaus und ein Restaurant. Luxus ist hier wahrlich nichts, im Café werden vegane Süßigkeiten und fairer Kaffee feilgeboten, im Restaurant verarbeitet man Lebensmittel, die ursprünglich in die Mülltonne gewandert wären.

Einige der Häuschen sind autark; das heißt, sie nutzen die Kraft der Sonne für die Stromerzeugung, Regenwassertanks sammeln das kühle Nass von oben. Alle Bewohner zeigen sich bislang sehr überzeugt von den Kleinst-Häusern, man darf also gespannt sein, wie das Projekt weiterhin verläuft…Allen weiteren Infos lesen Sie hier.

Derzeit stecken solche mutigen und wertvollen Projekte noch in den Kinderschuhen. Es ist jedoch zu erwarten, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren aufgrund des immer knapper werdenden (bezahlbaren) Wohnraums noch vieles in dieser Hinsicht passieren wird. In einigen Großstädten finden zudem Ausstellungen zum Thema „Tiny Houses“ statt. Hier können sich Interessenten die winzigen Häuschen ansehen und über Preise und Möglichkeiten informieren. 

Kennen Sie auch eine Tiny House Community? Dann schreiben Sie uns!

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